Golfstaaten — 7Dayes Nachrichtenagentur
Der ehemalige katarische Premierminister Hamad bin Jassim Al Thani hat die interne Uneinigkeit der Golfstaaten als die größte Gefahr für die Region bezeichnet, noch vor Bedrohungen durch Iran oder Israel. In einem offenen Gespräch beleuchtete er die komplexe politische Landschaft des Nahen Ostens, die sich seiner Ansicht nach in einer Phase großer Umgestaltung befindet und die Zukunft der Region über Jahrzehnte prägen könnte.
Die militärische Konfrontation mit Iran
Bin Jassim enthüllte, dass die militärischen Aktionen gegen Iran kein neues Phänomen seien, sondern Teil einer langfristigen Agenda des „radikalen Flügels“ Israels unter Benjamin Netanjahu. Er betonte, dass Israel seit den Zeiten von US-Präsident Bill Clinton versucht habe, die USA zu einem Militärschlag gegen Teheran zu bewegen, primär wegen des iranischen Atomprogramms. Bin Jassim berichtete auch von seiner eigenen Rolle als Vermittler Ende der 1990er Jahre, als er eine US-Botschaft bezüglich des Atomprogramms nach Teheran überbrachte. Damals sahen die Iraner Katar als Unterstützer der US-Position, obwohl Katar lediglich eine übermittelte Botschaft überbrachte.
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Die strategische Bedeutung der Straße von Hormuz
Ein zentrales Ergebnis des jüngsten Konflikts sei die Eskalation um die strategisch wichtige Straße von Hormuz, so Bin Jassim. Er bezeichnete dies als die gefährlichste Entwicklung, die die Region und die Weltwirtschaft bedroht, da sie den internationalen Schiffsverkehr und die Energieversorgung beeinträchtigt. Iran nutze die Kontrolle über die Meerenge als Druckmittel, was direkte negative Auswirkungen auf die Golfstaaten habe, deren Volkswirtschaften stark von stabilen Seewegen abhängig sind. Die Angriffe auf Golfstaaten unter dem Vorwand, amerikanische Interessen zu treffen, seien besonders kritisch zu bewerten, da sie zivile und industrielle Ziele betrafen.